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FAQs zu Übungen und Gesundheit

Exercise Health

Written by:
Birgitte Nymann (www.nymanns.dk)
Autorin, Referentin und Pädagogin im Bereich der Übungen, Gesundheit, Ernährung und Motivation. Konzept- und Seminarentwicklung bei Pro Academy in Dänemark. Ausgebildet und geschult im Sportstudium an der Universität Kopenhagen.

Nein.

Bauch-Workouts bauen nicht die Fettschicht des Bauches ab, aber Dein Bauch kann ganz leicht sichtbar besser aussehen, wenn Du Deine Bauchmuskeln korrekt trainierst. Wenn der innere Teil Deiner Bauchmuskeln nicht korrekt trainiert wird, hängt Dein Bauch durch. Man kann nicht einfach an bestimmten Punkten abnehmen, man kann sich auch nicht beim Trainieren nur auf bestimmte Bereiche beschränken und die Fettschicht nur dort reduzieren. Fett kann man "abbauen", indem man Fitness-Training macht und weniger ist, als man verbrennt.

Warum nimmt man zu, wenn man mit dem Training beginnt?

Oft bemerkt man eine Gewichtszunahme, sobald man mit dem Training beginnt. Und das kann demotivierend sein, wenn das Hauptziel die Gewichtsabnahme ist. Wenn sich das Gewicht erhöht, ist das selten so, weil man an Fettmasse zugenommen hat, sonder viemehr, weil man zu Beginn mehr Kohlenhydrate (Zucker) im Körper einlagert. Für jedes Gramm Zucker lagert der Körper zusätzliche drei Gramm an Wasser an. Das bedeuteteine Gewichtszunahme von insgesamt etwa einem Kilo. Zusätzlich kann mehr Wasser eingelagert werden, da die Muskeln trainiert werden und dadurch ein wenig "abgearbeitet". Wenn die Muskeln übersäuert sind, führt auch das zu einer zusätzlichen Flüssigkeitseinlagerung.

Außerdem produziert der Körper sehr schnell mehr Blut, um die Anforderungen des Trainings bestehen zu können. So kann man schnell ein bis zwei Liter Blut mehr produzieren, wenn man plötzlich als Untrainerter hart trainiert. Erst nach etwa 6 bis 8 Wochen regulären Trainings werden Ihre Muskeln anfangen, sich wegen der steigenden Gewichte zu entwickeln. Wenn man anstrengende Workouts macht, nimmt man in den ersten Wochen und Monaten einige Kilos an Muskelmasse zu. Bei moderatem Training bleibt die Entwicklung nach drei bis 4 Monaten auf dem selben Stand. Bei leichtem Training ist das schon sehr bald der Fall und die Muskelmasse wird lediglich auf dem gleichen Niveau gehalten.

Warum nimmt man zu, wenn man mit dem Rauchen aufhört?

Rauchen führt zu einer so hoheh Niktonversorgung, das der Energieverbrauch des Köpers um etwa 10 bis 20 Prozent zunimmt. Wenn man etwa 15 Zigaretten pro Tag raucht, steigert das den grundlegenden Stoffwechsel um etwa 10 Prozent. Hört man mit dem Rauchen auf, nimmt man häufig 10 bis 20 Kilo zu, aber das soll kein Grund sein, nicht mit dem Rauchen aufzuhören. Schließlich ist es gesünder, 10 bis 20 Kilo mehr zu wiegen als weiter zu rauchen.

Wie auch immer - ein Ausbleiben der Nikotin-Versorgung nach dem Aufhören führt maximal zu einer Gewichtszunahme von etwa 3 Kilo. Ein Anstieg der Kalorienaufnahme ist für die restlichen 7 bis 17 Kilo verantwortlich. Denn statt der Zigaretten sucht man sich Ersatz - meistens bringen Süßigkeiten und Schokolade das Gefühl "etwas im Mund zu haben". Wenn man es schafft, sich von diesem Ersatz zu lösen und statt vor dem Fernseher zu sitzen allabendlich einen Spaziergang zu machen, dann nimmt man nach dem Aufhören auch nicht zu.

Was ist besser? Trainieren am Morgen oder am Abend?

Man sollte möglichst immer dann trainieren, wenn man sich auch danach fühlt. Manche denken, am morgen auf leeren Magen erhöht sich die Fettverbrennung. ist man aber kein Frühaufsteher, trainiert man morgens möglicherweise weniger hart und effektiv, als wenn man richtig wach ist - so verschwendet man einiges an Zeit. Messbare Unterschiede zwischen der Fettverbrennung auf leeren Magen und am Morgen im Vergleich zu anderen Tageszeiten jedenfalls sind verschwindend gering. Trainieren sollte man also lieber zu einer Zeit, die einem am besten liegt - damit erzielt man bei Weitem die besten Ergebnisse.

Bekommt man große Muskeln durch das Essen großer Steaks?

Gößere Muskeln bekommt man vom Steak-Essen nicht - egal wie groß sie sind und wieviel man davon isst. Das, was die Muskeln wachsen lässt, ist Training - besonders härteres Training - und danach Steaks zu essen. Steaks und andere proteinreiche Nahrungsmittel beinhalten die wichtige Bausteine für das Muskelwachstum - im Training können diese dann in Muskelmasse umgesetzt werden.

Warum nehmen Männer leichter ab als Frauen?

Im Allgemeinen nehmen Männer schneller als Frauen ab, wenn sie die gleiche prozentuale Verminderung der Kalorienzufuhr haben und ihr Fett sich hauptsächlich in der Hüftgegend befindet. Der Grund dafür ist, dass das Fett im Unterleibsbereich leichter in den Blutkreislauf abgeführt werden kann und so besser verbrannt werden kann. Das aber vergrößert das Risiko von Herzkrankheiten - was es ungesünder macht, Fett in der Bauchgegend einzulagern, als in der Gesäßgegend.

Warumn ist mir direkt nach dem Training häufig kalt?

Wenn einem kalt wird, es einem kühl wird oder man gar Gänsehaut am Ende des Trainings hat, dann ist man dehydriert, das heißt: Der Körper benötigt Wasser. Während des Trainings wird Wärme von den belasteten Muskeln mit Hilfe von Wasser zur Haut geleitet und kühlt dort als Schweiß den Körper. Gibt es aber zu wenig Wassernachschub im Körper, so schaltet er in den "Sparmodus" für Wasser, so dass weniger Wasser und Blut unter die Haut transportiert werden. Die Haut kühlt so ab. Ein weiterer Sparmechanismus liegt in den Schweißdrüsen - diese ziehen die Haut zusammen und bilden Gänsehaut. Was man auf der Haut dann sieht, sind die kleinen Drüsenmuskeln, die sich zusammen ziehen - und zusammengezogen gibt die Haust kein Wasser mehr ab. Deshalb bekommt man Gänsehaut, wenn man Wasser braucht. Eines dieser Signale oder beide weisen oft auf Dehydrierung hin, außer bei zu kalter Luft während des Trainings. Das könnte ebenfalls ein Grund sein, warum einem kalt ist.

Wieviel sollte man während des Trainings trinken?

Wieviel man während des Trainings trinken sollte, um den Flüssigkeitsbedarf des Körpers abzudecken, das hängt von mehreren Faktoren ab. Die Art der Aktivität ist dabei entscheidend. Jogging, Rad Fahren, Aerobic, Rudern, Cross-Country Ski Fahren und ähnliche Aktivitäten erfordern viel Energie für die Bewegung, was zu viel Schweißbildung und damit größerem Flüssigkeitsverlust führt, der durch Flüssigkeitsausfnahme ausgeglichen werden muss, damit der Körper optimal arbeiten kann. Yoga, Workouts und einige Tanzarten sind nicht so anstrengend und führen daher auch nicht zu großem Flüssigkeitsverlust durch Schweiß. Während und nach solchen Aktivitäten muss man deshalb auch nicht so viel trinken.

Die Geschwindigkeit der Magenentleerung - also die Geschwindigkeit, mit der Wass vom Magen in den Darm gelangt und von dort in den Blutkreislauf gelangt - liegt bei 250 ml alle 15 Minuten. Das bedeutet: Pro 15 Minuten können beim Training maximal 250 ml Wasser vom Magen in den Blutkreislauf gelangen - ganz egal, wie hart man trainiert. Deshalb bringt es nichts, mehr als 250 ml alle 15 Minuten zu trinken, da das Wasser dann ledeiglich im Magen herumschwappt und zu Unwohlsein führen kann. Andere Aktivitäten wie Jogging hingegen können zu Flüssigkeitsverlust von 2 bis 3 Litern pro Stunde führen, abhängig von der Temperatur und der Laufgeschwindigkeit - dabei ist es nicht möglich, Flüssigkeit schnell genug zu ersetzen.

Um eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu gewährleisten, muss man in den Stunden vor dem Trainieren genügend trinken. Wenn man schon vor dem Joggen zu wenig Flüssigkeitsreserven hat, ist die Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Die Geschwindigkeit der Magenentleerung kann außerdem durch die Aufnahme von Nährstoffen wie Salz oder Zucker reduziert werden. Wenn man also lange Trainieren möchte, sollte man abwägen, ob das Trinken von Wasser an erster Stelle steht oder ob man durch den Zusatz von etwas Salz oder Zucker ein zu niedriges Zuckerniveau vermeiden möchte.

Isst man mehr, wenn man schnell isst?

Wenn Du auch zu denen gehörst, deren Motto es ist: "Ich muss schnell essen, bevor ich voll bin", dann gehörst Du wahrscheinlich zu denen, die zu schnell essen. Zu schnelles Essen hat einige entgegenstehende Effekte: Der Magen benötigt eine Weile, bis er merkt, wenn neue Nahrung dort angekommen ist - das Sättigungsgefühl tritt also verzögert ein. Deshalb isst man mehr, als man bei langsamen Essen zu sich nehmen würde, da das Hungergefühl später eintritt. Wenn man zu schnell isst, selbst, wenn man nicht mehr als nötig ist, wird oft das Kauen der Nahrung vernachlässigt. Das belastet Magen und Verdauungstrakt, was Magenschmerzen und stechende Schmerzen in der Bauchgegend zur Folge haben kann.

Wie kurbele ich meinen Stoffwechsel an?

Viele erklären ihr Gewicht damit, dass ihr Stoffwechsel zu wenig arbeitet, aber dieser Zustand ist jedoch bei nur wenigen Menschen wirklich dafür verantwortlich, die meisten nutzen es als Ausrede für ihre Gewichtszunahme. Der Stoffwechsel besteht aus zwei Dingen: Der grundlegende Stoffwechsel, also die Energiemenge, die für das Überleben benötigt wird, z.B., wenn man ruhig auf dem Sofa liegt. Das zweite ist der Leistungs-Stoffwechsel, also die Enrgie, die für Bewegungen benötigt wird. Es ist schwer, den grundlegenden Stoffwechsel anzukurbeln, aber durch den Aufbau von Muskelmasse und ballaststoffhaltige Ernährung ist das möglich. Im Vergleich ist es einfacher, den Leistungs-Stoffwechsel auf Touren zu bringen - am besten durch Bewegung. Jede Bewegung schlägt sich im Energie-Konto nieder - je mehr Energie man verbraucht, desto mehr kann man essen, ohne zuzunehmen bzw. desto schneller nimmt man bei gleichbleibender Nahrungsaufnahme ab.

Bringt Trainieren ein Mal pro Woche überhaupt etwas?

Jedes Training ist den Zeitaufwand wert. 5 Minuten pro Woche sind besser als 0 Minuten usw. Wenn man aber eine markante Fitnessverbesserung erreichen möchte, dann muss man den Körper regelmäßig und über einen langen Zeitraum trainieren. Als Vorsorgemaßnahme gegen Krankheiten wird tägliches, 30-minütiges Training empfohlen. Aber das ist nur leichtes Training. Für eine echte Fitness-Steigerung, für mehr Energie oder eine merkliche Gewichtsabnahme o.ä. wird 2-3-maliges Training pro Woche empfohlen - neben der alltäglichen Bewegung zur Arbeit, zum Einkaufen, Treppen Steigen, Fahrrad Fahren usw. Am Wichtigsten ist es, nicht zu vergessen, dass jedes Training seinen Zeitaufwand wert ist - und, dass nur ein Mal pro Zeit zu haben keine Entschuldigung ist. Ein Mal pro Woche Trainieren ist eine 100%-ige Steigerung gegenüber 0 Mal - klar, das es seine Zeit wert ist!

Kann man bei erhöhter Temperatur trainieren?

Im Prinzip kann man tun, wonach man sich fühlt. Aber Training bei erhöhter Temperatur ist nicht gut für den Körper. Fieber entsteht, wenn das körpereigene Thermostat nicht richtig funktioniert. Beim Training erzeugen die arbeitenden Muskeln Wärme die vom Muskel weggeleitet werden muss, um eine optimale Leistung erzielen zu können. Beim Training mit Fieber kann die Wärme nicht wie üblich abgeleitet werden und es besteht das Risiko, mehr dem Körper mehr zu schaden als zu nutzen. Es ist vergleichbar, mit einem Auto ohne Motorkühlung zu fahren - am Ende geht das Auto kaput.

Wer schön sein will muss leiden - tut es weh, für sich etwas Gutes zu tun?

Wer schön sein will muss leiden. Das ist häufig das Motto vieler Trainings-Besessener, aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Es muss nicht wehtun, für sich etwas Gutes zu tun. Auf der anderen Seite muss es auch nicht einfach sein. Training mit Schmerzen oder gerade unter der Schmerzgrenze kann zu schlechteren Resultaten als erwartet führen, weil man damit langfristig Überanstrengungs-Verletzungen riskiert. Wenn die Muskeln völlig übersäuert sind und schmerzen, funktioniert das Nervensystem nicht mehr richtig und deshalb können die Bewegungen nicht mehr akkurat ausgeführt werden. Falsch ausgeführte Übungen führen zu schlechten Trainings-Ergebnissen und gleichzeitig können schwer behandelbare Verletzungen die Folge sein. Die Kunst ist, so hart wie möglich zu trainieren und dabei die Übungen korrekt auszuführen. Also hören Sie mit einer Übung auf, wenn Sie das Gefühl haben, sie nicht richtig auszuführen. Machen Sie eine Pause und belasten Sie Ihre Muskeln dann erst wieder. Das sorgt langfristig für die besten Resultate.

Muss man mindestens eine halbe Stunde trainieren, bevor man abnimmt?

Jedes Training hilft beim Abnehmen, aber es stimmt: Je länger man trainiert, desto höher auch die Rate der Fettverbrennung in Relation zum gesamten Energieverbrauch. Aber weniger ist auch gut, wenn man nicht die Zeit für täglich 30 Minuten Training hat. Jedes Training zählt.

Ist weniger intensives Training besser um abzunehmen?

Dass wenig intensives Training die Fettverbennung stiegert, ist ein großes Missverständnis. Große Fettverbrennung bei wenig Anstrengung funktioniert nur theoretisch, nicht aber in der Praxis. Je niedriger der Puls beim Trianing ist, desto größer die Fettverbrennung. Und je härter man trainiert, desto geringer die Fettverbrennung - allerdings verbraucht man dann viel mehr Energie, als beim leichten Training.

Und selbst, wenn die Fettverbrennung in Prozent der insgesamt verbrannten Energie geringer ist, als wenn man leichtes Training macht, so ist die Masse des abgebauten Fetts mehr oder weniger die gleiche, wenn man die gleiche Zeit lang trainiert. Nach hartem Training geht die Fettverbrennung nach dem Training sogar noch größer und es werden mehr Kalorien verbraucht, wobie nach leichtem Training wenig oder keine Fettverbrennung mehr stattfindet. Alles in allem lohnt es sich, länger und härter zu trainieren. Wenn man aber lange nicht mehr trainiert hat, sollte man langsam mit leichten Übungen beginnen, vor allem, um Überanstregung zu vermeiden und länger durchzuhalten.

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