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Fitness-Coaching

die Ausübung die Psychologie

Geschrieben von:
Thomas Ihn Hansen ( www.ihnconsulting.dk )
Cand. Pæd. Psyk. Kognitiver Trainer und Pädagoge. Gründer der Consultancy Ihn Beratung.

Für einen Fitness-Coach sollte das Ziel klar sein: jedem einzelnen Kunden die beste, auf seine gewünschten Ziele zugeschnittene Trainings-Anleitung geben. Als Coach sieht man sich mit einer Vielzahl Herausforderungen konfrontiert – nicht zuletzt auch mit Fragen zu Training und täglicher Ernährung, was es nötig macht, sich in vielen verschiedenen Bereichen relativ viel Wissen anzueignen. Oft weiß ein Coach viel über verschiedene Fitness-Typen, Ernährung und Gesundheit und sie teilen dieses Wissen gerne – aber was macht ein Coach, wenn dieses Wissen nicht reicht, um einen Kunden zu motivieren? Und wenn der Kunde nicht alles tut, um die gewünschten Resultate zu erreichen? Was kann man als Coach tun, wenn all dieses Wissen verschwendet ist im Bezug auf einen unmotivierten Kunden?

Als Coach tut man alles, was möglich ist mit einem Kunden, der mit dem Training ein bestimmtes Ziel erreichen möchte. Oft bringt dieser Wunsch auch große Veränderungen im täglichen Leben und den Lebensumständen des Kunden mit sich. Für viele Menschen ist die reine Tatsache, mit dem Training anzufangen, mit vielen Gedanken, Verhaltensweisen und Werten verbunden, die nur schwierig zu handhaben und zu ändern sind. Die Rolle als Coach beim arbeiten mit diesen Menschen ist eines Hilfestellers, der viele Möglichkeiten für diese Veränderung schafft und stärkt sowie ermutigt. Um das zu leisten, kann das Beachten folgender Elemente hilfreich sein:

  1. Vertrauen schaffen – sei interessiert an den Zielen des Kunden, sei offen und das ohne Vorurteile in Deinem Verhalten gegenüber ihm oder ihr.
  2. Respekt zollen – Deine Sprache, Stimmlage, Wortwahl und Ausdrücke können auf viele Arten Sympathie oder Ablehnung erzeugen. Versuche, Dich in Deinen Kunden hineinzuversetzen – benutze dieselbe Sprache und dieselben Ausdrücke. Jemanden zu respektieren, der ständig Fachausdrücke verwendet und laut über alles spricht, was Du an Dir noch verbessern solltest, kann schwierig sein, besonders, wenn auch andere dies hören können.
  3. Vertraulichkeit. Du wirst oft mit Problemen ganz privater Natur konfrontiert werden, die für die Wünsche und die Motivation für das Training Deines Kunden wichtig sind – deshalb ist Vertraulichkeit das A und O einer guten Zusammenarbeit. Ein weiteres wichtiges Element ist der Austausch von Informationen, die für den Trainingsprozess, seine Zusammenstellung und Form hilfreich sein kann.

Ist das gemacht, gibt es eine gute Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit. Die Rolle als Coach ist nicht nur die eines “Wissens-Zentrums” - sie bedeutet auch die Fähigkeit zum Zuhören und Unterstützen der Bemühungen des Kunden. Das ist der Punkt, wo die Anfangsarbeit abgeschlossen ist und wo die eigentliche Arbeit beginnt. Dafür sollte man ein Ziel setzen – und einen spezifischen Zeitrahmen.
Es kann hilfreich sein, das folgende Modell für das Setzen des Trainingsziels zu benutzen:

S: Fest umrissen – ein Ziel muss fest umrissen sein, um zu messbaren Resultaten zu führen.

M: Messbar – ein Ziel muss ebenso messbar sein – z. B. in Verbindung mit direkter Überwachung verschiedener Aktivitäten, wie beispielsweise “Wie weit kann der Kunde nach 3 Monaten Jogging laufen?”

A: Attraktivität – das Ziel muss dem Kunden etwas bedeuten – hilf Deinem Kunden dabei, herauszufinden, was der Beginn des Trainings ihm oder ihr bedueten wird.

R: Training muss immer realistisch sein – wenn das nicht der Fall ist, planst Du einen Misserfolg. Die Aufgabe des Coaches ist in diesem Zusammenhang, zu fragen, was möglich ist, z. B. im Bezug auf die Trainingsintensität und die Zeit, die dem Kunden zwischen Arbeit und Familie für das Training bleibt. Ein realistischer Plan muss klar und leicht zu befolgen sein.

T: Festgelegter Zeitrahmen – ein spezifischer Zeitrahmen unterstützt die Motivation – Pläne müssen für das Wann und Wie lange angelegt werden. Aktivitäten mit festgelegtem Zeitrahmen können einen positiven Effekt auf die Fähigkeit haben, sich auf das Training zu konzentrieren – sowohl in Bezug auf das Trainingsende als auch auf die Darstellung der Messbarkeit der Resultate. Das kann z. B. Deinem Kunden Erfahrung bringen, 1,5 Stunden trainiert zu haben, 3 Mal die Woche und das für fast einen Monat.

E: Zu Folgen führen – so dass das Ziel auch für andere Lebensbereiche von Wert ist. Du kannst z. B. Kleidung in kleinerer Größe kaufen oder Deine Freunde und Familie bemerken, dass sich Deine Stimmung und Energie verändern etc. Wichtig ist hierbei, Deinen Kunden zu ermutigen, diese Werte als solche wahrzunehmen – und dass der Coach spezifische Fragen dazu stellt.

Das Modell heißt SMARTE-Modell und wird beim Coaching oft angewendet – insbesondere, weil es ein effektives Mittel zur Darstellung von Zielen ist.

Wenn Schwierigkeiten und Widerdstand auftauchen!

Im Allgemeinen sind wir unsere schlimmsten Gegner, wenn es um Veränderungen in unserem Leben geht. In einem solchen Änderungs-Prozess kann Hilfe und Unterstützung höchst motivierend sein, weiterzumachen. In anderen Fällen kann es wirklich schwierig werden, wenn der Widerstand zu stark ist.

Als Coach hast Du viele Auswege, wenn Dein Kunde nicht mehr weiter kommt oder keine Motivation mehr findet. Hier einige Ideen, wie man Widerstand interpretieren und was man dagegen tun kann:
Widerstand hat oft mit täglichen Gewohnheiten zu tun (Handlungen, Gedanken und Gefühle), die Verhaltensweisen sind, die man nur schwer ändern kann. Als Coach hilft Dir immer wieder das Wissen, dass sich Widerstand oft folgendermaßen zeigt:

  1. Innere negative Gedanken. Z. B. “Ich kann nicht!”, “Das schaffe ich nie!”. Das sind Äußerungen, die dem Kunden viel Energie kosten. Du als Coach versuchst am besten, weiter auf die Wichtigkeit dessen hinzuweisen, was Dein Kunde für sich macht – und welche Belohnung am Ende für ihn oder sie steht. Frage z. B. zu welchem Grad diese Gedanken wahr sind – stimmt es z. B., dass Du nie irgendetwas erreichst? Die Fragen dienen sozusagen der äußeren Reflektion – bei der Du als Coach, die Dinge interpretierst, die Du hörst und damit die Äußerung auf den Tisch bringst. Gedanken und Hadlungen werden anders wahrgenommen, wenn sie noch einmal laut gesagt werden. Damit hat Dein Kunde die Möglichkeit zu sehen, was er oder sie eben gesagt oder gedacht hat!
  2. Handlungen und Gewohnheiten. Handlungen und Gewohnheiten haben oft einen eigenen Wert – aud genau dem Grund, weil sie uns etwas geben. Frage Dich, was sie uns bedeuten – also was sie uns geben – und für wie lange wir dieses Gefühl oder die Erfahrung haben, das uns die Handlungen geben. Übermäßiges Essen z. B. beruhigt und befriedigt durch das Sättigungsgefühl – doch das ist of nur ein vorübergehender Zustand und längerfristig stehen viele andere Probleme wie z. B. Übergewicht im Vordergrund. Als Coach weißt Du, dass körperliches Training nicht sofort zu Resultaten führt – aber dass Training uns ein unmittelbares und positives Gefühl vermittelt. Versuche deshalb, mit Deinem Kunden über die langfristigen Ziele zu sprechen – und über die unmittelbaren Erfahrungen, die man auf dem Weg dorthin hat. Dein Kunde möchte womöglich abnehmen oder seine körperliche Fitness verbessern – was erst in Monaten passieren wird – aber alleine schon beim Verfolgen dieses Ziels wird Dein Kunde merken, wie er oder sie mehr Energie bekommt, wie wunderbar entspannt er oder sie nach dem Training ist und wie glücklich und zufrieden das Training macht.
  3. Überzeugungen. Überzeugungen sind Bezüge, die man zum Interpretieren der Welt nutzt, z. B. dass alle dicken Leute faul sind etc. Das macht einen oft blind gegenüber der Welt, da Überzeugungen verhindern, dass man die andere Seite der Medaille sieht, die über den Wahrheitsgehalt der Interpretation entscheiden kann. Eine Überzeugung kann also sein: “Ich werde nie dünn sein, ich habe es schon so oft probiert!” In diesem Fall kann der Coach versuchen, den Kunden dabei zu unterstützen diese Überzeugung zu überwinden, indem er andere Trainings-Formen anbietet, die der Kunde noch nicht ausprobiert hat – und indem er sich fragt, ob die Überzeugung dem Kunden beim Erreichen seines Ziels behindert oder dabei hilft. Auf diese Art wirst Du Deinem Kunden zeigen, dass Training und Abnehmen nicht immer mit einer bestimmten Handlung zu tun hat – und Du wirst Deinen Kunden dabei unterstützen, die Verantwortung für seine oder ihre eigene Entwicklung zu übernehmen.

Viel Spaß beim Training!

 
 
 
 
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