Im Alltag ist es fast unvermeidbar, den Ausdruck Motivation zu hören, da er fast in jedem Kontext verwendet wird. In jeder Sprache hören wir Kommentare wie „sie sollte sich nur zusammenreißen“, oder „warum kommt sie nicht in die Gänge“, „wie schwer kann das sein?“
Wir bekommen auch Äußerungen mit, die persönlicher sind, wie zum Beispiel: “Ich habe nicht die Stärke dazu”, “Ich komme einfach nicht in die Gänge” etc. Diese Äußerungen sind stark mit unserer eigenen Motivation, den Wünschen und Verlangen unsere Ziele zu erreichen, verbunden.
Wir finden uns jedoch häufig in Verfassungen wieder, bei denen die Handlungen, die wir vorhaben, uns nicht so stark zur Fortsetzung motivieren. Denke zum Beispiel mal an die Vielzahl von Diäten oder an die Leute, die nach einem „schweren“ Weihnachten sich im Fitness Studio registrieren. Diese Leute werden nach kürzester Zeit ihre Aufmerksamkeit abwenden, genauso wie ihr Streben nach einem gesünderen Leben und Gewichtsverlust. Meistens ist das nicht ein Verhalten, das sie sich wirklich wünschen. Es ist eher ein Zeichen von geringer Motivation und macht deutlich, was es wirklich benötigt, um ein Ziel zu erreichen.
Vor allem Ziele, die einen drastischen Einfluss auf unsere generelle Lebensweise haben, sind einem großen Risiko unterstellt, zu misslingen, falls die Motivation verloren geht – zum Beispiel das Aufhören mit dem Rauchen, Training und Fitness, Veränderung im Essverhalten u.s.w.
Motivation ist viel mehr als nur “sich zusammen reißen” oder “die Stärke haben, etwas zu tun”. Es handelt sich eher um einen inneren Prozess der Aktivierung und Mobilisierung von Kräften, die unsere Wünsche und Hoffnungen in langfristige Effekte verwandeln müssen. Daher ist es nötig, einen genaueren Blick auf die Faktoren und Mechanismen zu werfen, die abgewickelt werden, sobald motivierende Umstände in unserem Leben aktiviert werden sollen. Wie vorher erwähnt, gibt es ein höheres Risiko des Nichteinhaltens von Vorhaben, wenn diese einen starken Einfluss auf viele Faktoren im Leben generell haben.
Als Faustregel kann man festhalten:
“Je größer die Herausforderung, desto stärker ist der zu erwartende Widerstand.”
Meistens handeln wir in unserem Leben nach einer Reihe von Ritualen und Traditionen, die nötig sind, da wir versuchen, Ordnung in unser Leben zu bringen und eine Perspektive zu halten. Auf jeden Fall halten wir uns oft an diesen Traditionen und Ritualen fest. Manchmal setzen diese sich allerdings Wünschen und Träumen, die wie andererseits in unserem Leben entwickeln, entgegen. Wenn wir Entscheidungen treffen oder uns zu einer Veränderung motivieren, wie zum Beispiel, nach einem gesünderen Leben zu streben, wird das natürlich auch unsere Rituale und Traditionen beeinflussen.
Warum könnte das zu einem Problem werden?
Unsere Traditionen und Rituale (Muster), sind mit unseren Erfahrungen, Emotionen und Werten verknüpft. Wenn wir diese Muster angreifen, greifen wir auch unsere Werte und somit die Art, wie wir uns und unsere Welt sehen, an. Daher kann es sehr hart sein, schwerwiegende Veränderungen in unserem Leben durchzuführen – da genau diese Handlungen oft von Unannehmlichkeiten überschattet werden, einem Gefühl der fehlenden Kontrolle und dem Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Versuche diese Übung:
Überlege dir etwas, was du gerne ändern möchtest – zum Beispiel “nicht so viele Süßigkeiten im Alltag essen“.
Schließe deine Augen und stelle dir vor, wie du deine Süßigkeiten isst. Frage dich, ohne die Handlung zu beurteilen:
- Was gibt mir das Essen von Süßigkeiten?
- Welche Emotionen löst es bei mir aus?
- Was fühle ich genau in dem Moment, in dem ich die Süßigkeiten esse?
- Was mache ich normaler Weise, während ich Süßigkeiten esse?
Beantworte die Fragen so ehrlich wie möglich – erfasse, wie viele Gefühle und Aktionen mit dem Essen der Süßigkeiten verbunden sind.
In dieser Weise haben Muster einen Einfluss auf unser tägliches Leben – sie bestehen aus Emotionen, Gedanken, Handlungen und Geschichte. Daher kann es sehr schwer sein, sich “zusammen zu reißen“ und sich anders zu verhalten!
Was können wir tun – ein realistischer Ansatzpunkt?
Bevor man eine einschneidende Veränderung im Leben durchführt, sollte man herausfinden, was man wirklich ändern will und warum. Motivation ist meistens mit drei verschiedenen Elementen verbunden:
- Der Gedanke (was denkst du über deinen Wunsch).
- Wie verhälst du dich in Bezug auf deinen Wunsch.
- Was fühlst du in Bezug auf deinen Wunsch (Emotionen).
In dieser Untersuchung solltest du deinen echten Emotionen, deiner Art zu handeln und deinen Gedanken kritisch gegenüber stehen. Wir handeln oft im Rahmen eines unrealistischen Wunsches und unterdrücken damit etwas völlig anderes. Versuche, so ehrlich wie möglich zu sein.
Zum Beispiel: Warum willst du Gewicht verlieren?
Basieren diese Gedanken, Emotionen und Handlungen auf einem realistischen Ansatzpunkt?
- Träumst du davon, dein Leben als 20-jähriger Jungendlicher zurück zu gewinnen und registrierst dich deshalb im lokalen Fitness Center als 55-jähriger?
- Du bist fettleibig, aber träumst davon, für die nächste Strandsaison fit und braun zu werden – obwohl diese nur noch zwei Monate entfernt ist?
Diese Wünsche/Träume gelten als unrealistisch – um diese Veränderungen durchzuführen, würden von dir außerordentliche Anstrengungen verlangt werden, und sie würden einen gewaltigen Einfluss auf dein Leben haben – Veränderungen, mit denen schwer zu leben sein könnte. Von diesem Gesichtspunkt aus, wird der Prozess des Erreichens der Ziele eine lange und harte Reise. Wenn die drei Elemente der Motivation für einen unrealistischen Wunsch/eine unrealistische Beziehung zu dir selbst erstellt worden sind, werden sie – wie Kreise im Wasser – sich auflösen. So wirst du in Bezug auf das gesetzte Ziel handeln und fühlen. In der Regel musst du mehr Zeit damit verbringen, realistische Ansatzpunkte zu entwickeln, weil diese automatisch Gedanken und Handlungen hervorrufen, die deinen Bedürfnissen mehr entsprechen. Außerdem wird hierdurch auf harmonischerer Weise auf deine Wünsche (emotional) Rücksicht genommen.
Das heißt:
Eine Veränderung muss einen realistischen Ansatzpunkt besitzen. Keine behauptet, dass Träume nicht irgendwann in Erfüllung gehen können – aber der Ansatzpunkt sollte so handhabbar wie möglich sein. Daher:
Setze dir einen möglichst realistischen Ansatzpunkt. Vergesse aber nicht, dass dieser Ansatzpunkt nur ein Anfang ist – d.h. der Geburtshelfer deiner Veränderungen!
Wenn du mit deinen Wünschen realistisch umgehst, erhöht sich die Chance, dass du diese Ziele auch erreichst.
DENKE DEINEN WEG ZUM ERFOLG:
Beispiel 1 und 2 sind Handlungen die zu großer Wahrscheinlichkeit „scheitern“ werden. Der Hintergrund für diesen Ausdruck ist, dass die Gedanken, die diese Wünsche kontrollieren, Handlungen hervorrufen, die zum scheitern verurteilt sind. Sie streben danach etwas zurück zu gewinnen, das nicht mehr existiert oder nach der Erreichung eines Ziels, das nicht im festgelegten Zeitraum erreicht werden kann.
Deine Gedanken, Emotionen und Handlungen leiten dich zu den Handlungen, die du durchführst, um den Erfolg zu haben, den du dir erwünschst. Wir machen selten (wenn überhaupt) etwas ohne Grund, ohne Wunsch oder ohne Gefallen. Wir streben ständig danach, kleine und große Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen. Wir handeln oft unpassend in Bezug auf unsere echten Wünsche, weil wir uns selten die Zeit nehmen um nachzudenken, was wir tatsächlich erreichen wollen. Hierbei liegt der Keim für unsere Motivation und unseren Erfolg.
Nehme dir Zeit um herauszufinden, worauf du “hin” handelst in Bezug auf mögliche Ziele.
Was bedeutet es für dich, einen Gewichtsverlust zu erreichen? Und des Weiteren, welche Gedanken gehen dir durch den Kopf in Bezug auf den Prozess, dieses Ziel zu erreichen? Bist du grundsätzlich positiv gegenüber der Tatsache, Gewicht zu verlieren, eingestellt oder ist es eine Belastung?
Dabei würdest du erkennen ob du gegen oder für deinen Wunsch handelst. Negative Gedanken wie, „es wird hart sein – es wird eine Belastung, das durchzustehen“ etc. werden den Prozess nur noch unangenehmer machen und dir keinen Glauben geben, dass du die richtigen Dinge tust.
Wenn du überzeugt bist, dass Abnehmen nur ein anstrengender Job ist und etwas, was du schnell hinter dich bringen willst, sind die gewählten Werte in Bezug auf die Handlung nicht wertvoll genug. Es erfordert, dass du einen klaren und zuverlässigen Glauben darüber hast, warum du so handelst. Um deutlichere Überzeugungen zu finden, musst du dir selbst ein paar Fragen stellen:
Zum Beispiel
- Was möchtest du durch das Abnehmen erreichen?
- Wie möchtest du dich fühlen? Ist Gewichtsabnahme das Mittel, um die gesetzten Ziele zu erreichen?
- Unabhängig von der Gewichtsabnahme – welche anderen Komponenten deines Lebens werden sich verändern?
- Siehst du diese Veränderungen als positiv an? Wenn ja/nein, ist es wert diese anzustreben?
- Warum möchtest du genau in diesem Moment abnehmen?
- Stelle dir mal vor, du hättest so viel abgenommen, wie du wolltest – wie würdest du dich dann fühlen?
( Die Fragen bezogen sich hier auf Gewichtsabnahme, sie können aber auch einfach für andere Bereiche, die du verändern möchtest, verwendet werden)
Der Zweck dieser Fragen ist es, deine echten Überzeugungen herauszufinden. Sie ermöglichen einen positiveren Dialog, der nicht wertend ist.
Wenn du brauchbare Überzeugungen gefunden hast, kannst du mit dem Veränderungsprozess beginnen, es ist ein Vorteil, wenn du dir dich selbst bei der Erreichung des Zieles vorstellen kannst.
Es ist üblich, einen Prozess in Relation zu einem gegebenen Zweck als lineare Dimension zu betrachten – d.h. gehen von A nach B. Versuche stattdessen dich selbst bei der Erreichung des Ziels zu sehen. Du hast jetzt begonnen, etwas für deinen Wunsch zu tun – demnach hast du dein Ziel erreicht. Bis jetzt stellt der Prozess dein Ziel dar. Stelle dir vor, dass dein Ziel ein Ballon gefüllt mit Luft ist. Um die Form des Ballons zu behalten, musst du ihm weitere Energie zuführen. Diese Energie sollte jetzt als eine Anzahl von verschieden Werten gesehen werden. Je mehr Werte du mit deinem Ziel in Verbindung setzen kannst, desto stärker wird der Ballon. Siehe Fig. 1
Ballon Modell :
- Gewichtsabnahme
- Mehr Energie
- Attraktiverer Körper
- Wohlbefinden
- Ich passe in meine Klamotten
- Guter Humor
- Ich fühle mich attraktiv
Denke daran:
- Sei kritisch gegenüber Gewohnheiten.
- Jeder Prozess der Veränderung ruft einen inneren Widerstand hervor, aber gebe nicht auf.
- Forme dir einen realistischen Ansatzpunkt.
- Suche deine Werte und entwickle einen echten Glauben.
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