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Realistische Ziele setzen

Gesundheit die Psychologie

Geschrieben von:
Birgitte Nymann ( www.nymanns.dk )
Autorin, Referentin und Pädagogin im Bereich der Übungen, Gesundheit, Ernährung und Motivation. Konzept- und Seminarentwicklung bei Pro Academy in Dänemark. Ausgebildet und geschult im Sportstudium an der Universität Kopenhagen.

”Ich will jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, ich will jeden Tag joggen und zweimal die Woche Fußball spielen. Ich möchte gesünder essen und abnehmen. Ich fange morgen an.“ Das hört sich alles sehr gut an – und würde mit Sicherheit auch sehr gut für dich sein, aber ist das realistisch? Jeden Tag!? Wenn du nur einen Tag verpasst, joggen zu gehen, hälst du dich schon nicht mehr an die mit dir selbst bestimmte Vereinbarung. Wenn du zum Typ alles-oder-garnichts gehörst, gibst du wahrscheinlich auf, sobald du das zweite oder dritte Mal nicht joggen gegangen bist, oder isst aus Versehen Pizza mit deinen Freunden von der Arbeit.

Menschen fühlen sich am Besten, wenn sie ihre Ziele erreichen. Es geht immer um die Zielsetzung und Unterzielsetzung, die auch erreichbar ist – und die in der näheren Zukunft erreichbar erscheint. Wenn du 20 Kilo abnehmen musst und für die Erreichung dieses Ziels dir ein Jahr eingestehst, ist dies ein gutes Ziel, da es zum einen ein realistischer Zeitrahmen ist und zum anderen es dir möglich sein wird, gleichzeitig das Leben zu genießen. Je weiter das Ziel in der Zukunft entfernt ist, desto leichter ist es für dich einfach zu sagen: „Ich bin heute zu müde zu trainieren, daher werde ich hier auf der Couch liegen bleiben und zu Abend essen. Ich werde mich dafür morgen zusammennehmen.“ Wenn du dir das Ziel setzt, in den ersten zwei Wochen je ein Kilo zu verlieren und gleichzeitig jeden Tag nach dem Essen 10 Minuten spazieren gehst – und dabei zweimal die Woche im ersten Monat ins Fitnessstudio gehst, dann setzt du dir Unterziele, die nahe in der Zukunft liegen und realistisch zu erreichen sind.

Deine Ziele müssen auch realistisch in Zusammenhang mit deinen Bemühungen stehen. Wenn du 20 Kilo in einem Jahr verlieren möchtest, aber nicht deine Ernährungsweise umstellen willst, nur jeden Donnerstag zwischen 9 und 10 Uhr mit deinem Freund Badminton spielen willst, dann ist dein Ziel sehr unrealistisch in Relation zu deinen Bemühungen.

Deine Bemühungen müssen nicht jederzeit großartig sein. Es ist fast schon unrealistisch zu glauben, dass es möglich ist, sowohl jederzeit motiviert zu sein, als auch die gleiche Trainingsintensität beizubehalten. Manchmal fährst du in den Urlaub, deine Kinder sind krank, du hast Stress bei der Arbeit etc. Normalerweise kennst du diese Faktoren im Vorhinein und du kannst deine Ziele in Relation zu dem Ausmaß deiner Bemühungen variieren. Es ist nicht falsch, sich große Unterziele zu Beginn deiner Veränderung des Lebensstils zu setzen, da du dort natürlicher Weise hoch motiviert bist und dann langsam diese Ziele für die kommenden Perioden abschwächst. Es ist jedoch nicht gut, die Ziele und Unterziele zu vergessen. In dem du dir selbst versprichst, realistische Ziele zu stecken, kannst du immer Familien Geburtstage, Ausflüge mit der Arbeit bei denen du nicht über den Essensplan selbst entscheiden kannst, Urlaube, Stress bei der Arbeit oder zu Hause mit berücksichtigen. Ein Ziel in einer stressigen Zeit könnte sein, nicht wieder zuzunehmen; die Ziele müssen schließlich nicht immer Gewichtsabnahme oder Trainingsintensivierung beinhalten. Das Gewicht zu halten ist auch ein Ziel.

Benutze deine schlechten Erfahrungen um realistische Ziele zu setzen. Hast du schon mal als Ziel gesetzt, 5 Mal die Woche zu trainieren und nur noch Salat zu essen und Wasser zu trinken – und hast dieses nicht wie gewünscht umgesetzt, dann benutze diese Erfahrung um dich weiter zu entwickeln. Wir tendieren dazu, verschiedene Methoden im Kampf gegen überschüssige Kilos zu probieren, die wir nicht umsetzten können. Wir wollen schnelle Ergebnisse sehen und diese sind beim Abnehmen, sowie nachher, am schwersten zu erreichen. Wenn dir selbst klar ist, dass du nicht 5 Mal die Woche trainieren kannst, ist es vielleicht besser, einmal die Woche Training anzupeilen und dafür 2 Mal die Woche spazieren zu gehen. Wenn diese Zielsetzung dann gut funktioniert, kannst du einen Schritt auf deine lebenslange Gesundheit weiter zu gehen. Wenn du zu den Leuten gehörst, die die Kraft besitzen, das ganze Leben von einem Tag auf den nächsten umzustrukturieren, dann fang damit an, aber nur wenige Menschen gehören zu dieser Gruppe. Die meisten von uns brauchen lange Zeit um neue Gewohnheiten aufzubauen – vor allem diejenigen, die für uns unangenehm sind. Alle Gewohnheiten sind für uns unangenehm, wenn man sie bewusst durchführen will. Denke an die Medikamente, aber egal wie lebenswichtig sie sind, vergessen wir sie, denke daran, die Pillen jeden Tag zu nehmen, denke daran, den Toilettendeckel runter- oder hochzuklappen nachdem du im Badezimmer warst, denke daran, dich anzuschnallen etc. Aber wenn du deine Gewohnheiten ändern möchtest, wirst du dies auch schaffen. Du musst nur geduldig sein – das wird alles viel einfacher machen. Du musst daran denken, dass es Zeit braucht, bis du deine Gewohnheiten verändert hast, dein Unterziel für 14 Tage kann zum Beispiel sein, jeden Tag genug Wasser zu trinken. Wenn dieses Ziel erreicht wurde, kannst du über das nächste Unterziel nachdenken, aber denke daran, dein Endziel nicht aus dem Blickfeld zu verlieren. Du musst immer alles nach deinem finalen Ziel planen.

Wir sammeln zu viele grundlose Gewohnheiten an. Versuche, in die Hände zu klatschen. Welche Hand ist oben? Warum? Stelle dir vor, du willst deinen Freund oder Mann küssen! In welche Richtung drehst du den Kopf? Warum? Wenn du schlafen gehst, auf welcher Seite des Bettes schläfst du ein? Warum? Versuche, einen dieser Gewohnheiten zu ändern! Es ist schwer. Es ist sogar noch schwerer, da es keinen wirklichen Grund dafür gibt, diese Gewohnheit zu verändern. Es ist nicht das gleiche mit deinen Lifestyle Gewohnheiten. Du willst deine Gewohnheiten verändern um ein besseres Leben führen zu können. Es sollte etwas einfacher sein als grundlose Gewohnheiten zu verändern. Gewohnheiten sind dennoch schwer abzulegen. Aber du kannst machen, was immer dir auf dem Herzen liegt und wenn du einen akzeptablen Grund für Gewichtsabnahme und einen gesünderen Lebensstil findest, dann schaffst du das auch. Aber du musst wollen!

Denke daran:

  1. Was ist dein Ziel??
  2. Unterteile das Ziel in 4 Unterziele, so dass du dein “Ziel” 4 Mal erreichst bevor du die Ziellinie erreichst (z.B. in 4 Wochen kann ich 5 Kilometer ohne Pause laufen, in 4 Wochen werde ich genug Wasser trinken etc.)
  3. Wie fühlst du dich, wenn du dein Ziel erreichst? Was bringt es dir, dein Ziel zu erreichen?
  4. Warum genau ist dieses Ziel dir überhaupt so wichtig?
  5. Was machst du, wenn du den Plan nicht verfolgst? (rufe einen Freund an und rede mit ihm darüber, halte dir mehr Zeit in deinem Kalender für Training frei, shop etc.).
  6. Was ist das größte Hindernis für dich, um das Ziel zu erreichen? Wie kannst du dieses Hindernis überwinden?
  7. Hast du dir realistische Ziele und Unterziele gesetzt?

Schreibe deine Gedanken auf ein Blatt und hefte es an die Kühlschranktür. Es hilft dir, dich daran zu erinnern, was du wirklich erreichen möchtest.

 
 
 
 
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